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Адаптировал Илья Франк Аннотация Данная книга - 18

1. /Method of Frank/English/Irish-fairy-tales_m.doc
2. /Method of Frank/English/Irving_RIP VAN WINKLE_M.doc
3. /Method of Frank/English/Lear_A_Book_of_Nonsense_M.doc
4. /Method of Frank/English/Moorcock_The Knight of the Swords_M.doc
5. /Method of Frank/English/OHenry_No story_m.doc
6. /Method of Frank/English/Pratchett_Theater_M.doc
7. /Method of Frank/English/Prince_and_Magician_M.doc
8. /Method of Frank/English/Prologue to Looking Glass_m.doc
9. /Method of Frank/English/Ray_Bradbury_A_Sound_of_Thunder_m.doc
10. /Method of Frank/English/Steinbeck_Of_Mice_and_Men_M.doc
11. /Method of Frank/English/The-Killers_m.doc
12. /Method of Frank/English/Wodehouse_JEEVES AND THE UNBIDDEN GUEST_M.doc
13. /Method of Frank/French/Barjavel_La_fee_et_le_soldat.doc
14. /Method of Frank/French/Contes simples_m.doc
15. /Method of Frank/French/Le_Petit_Prince_m.doc
16. /Method of Frank/French/Perrault_Contes_M.doc
17. /Method of Frank/French/Sagan_Bonjour tristesse_M.doc
18. /Method of Frank/German/DerRichter_und_seinHenker_m.doc
19. /Method of Frank/German/Deutsch_Stihi_o_Ljubvi_M.doc
20. /Method of Frank/German/Deutsch_mit_Hauff.doc
21. /Method of Frank/German/Emil_m.doc
22. /Method of Frank/German/Gedichte_100_M.doc
23. /Method of Frank/German/Grimm_M.doc
24. /Method of Frank/German/Laus_m.doc
25. /Method of Frank/German/Lear_A_Book_of_Nonsense_M.doc
26. /Method of Frank/German/Lottchen_m.doc
27. /Method of Frank/German/Mueller_m.doc
28. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/1 - Was ist ein Atom.doc
29. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/10 - Was ist Feuerwerk.doc
30. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/11 - Warum ist das Meer salzig.doc
31. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/12 - Was ist Luft.doc
32. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/13 - Warum gibt es Wind.doc
33. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/14 - Warum gibt es Regen.doc
34. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/15 - Warum gibt es Nebel.doc
35. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/16 - Warum gibt es Gewitter.doc
36. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/17- Warum fuellen wir reifen mit Luft.doc
37. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/18 - Ist die Luft schwer.doc
38. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/19 - Warum fliegt ein Heissluftballon.doc
39. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/2 - Was ist ein Elektron.doc
40. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/20 - Warum sind Pflanzen Gruen.doc
41. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/21 - Warum ist Schnee weiss.doc
42. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/22 - Warum faellt der Apfel vom Baum.doc
43. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/23 - Warum fliegt ein Flugzeug.doc
44. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/24 - Warum schwimmt ein Schiff.doc
45. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/25 - Warum wissen wir nichts ueber ausserirdisches Leben.doc
46. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/3 - Was ist Geruch.doc
47. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/4 - Was ist ein Metall.doc
48. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/5 - Was ist Strom.doc
49. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/6 - Warum ist Feuer heiss.doc
50. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/7 - Was ist Wasser.doc
51. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/8 - Von wo kommt das Wasser auf unserer Erde.doc
52. /Method of Frank/German/Weber_Lustige Naturwissenschaft_M/9 - Was ist ein Diamant.docIrish Fairy Tales Метод чтения Ильи Франка Текст подготовил Илья Франк Аннотация Данная книга
Евгения Мерзлякова Метод чтения Ильи Франка Whoever has made a voyage up the Hudson тот, кто: «кто бы ни»
Книга бессмыслицы Книгу подготовила Юлия Стрекалова
Английский язык с М. Муркоком
No story by O’henry материал подготовила Тамила Мамедова e-mail
Terry Pratchett Theater of Cruelty
The Prince and the Magician (From "The Magus" by John Fowles)
Prologue to Looking Glass
Рэй Бредбери. И грянул гром Ray Bradbury. A sound of Thunder
Английский язык с Дж. Стейнбеком of mice and men (О мышах и людях)
Эрнест Хэмингуэй. Киллеры
Jeeves and the unbidden guest дживс и незванный гость
La fée et le soldat (Фея и солдат) René Barjavel Dieu se pencha hors de son trône (Бог свесился со своего трона; досл. «Бог нагнулся со своего трона»
Un meunier avait laissé pour tout héritage à ses trois fils, un moulin, un âne et un chat. L'aîné eut le moulin, le second l'âne et le plus jeune le chat. Ce dernier ne pouvait se consoler d'avoir un si pauvre lot
Адаптировал Илья Франк Метод чтения Ильи Франка Аннотация Данная книга
Французский язык с Ш. Перро Кот в сапогах и другие сказки
Франсуаза Саган «Здравствуй, грусть»
Немецкий язык с Фр. Дюрренматтом («Судья и его палач») Friedrich Dürrenmatt Der Richter und sein Henker
Matthias Claudius (1740 – 1815) Der Frühling; Am ersten Maimorgen
Kalif Storch – Der kleine Muck – Der Zwerg Nase
Немецкий язык с Эрихом Кестнером
Сто немецких стихотворений
Немецкий язык с братьями Гримм Сказки братьев Гримм Grimms Märchen Сказки адаптировали Марианна Горелова, Людмила Немцева, Ирина Зверинская
Людвиг Тома. Хулиганские истории
Книга бессмыслицы Книгу подготовила Юлия Стрекалова
Адаптировал Илья Франк Аннотация Данная книга
Felix & Theo Ох уж этот Мюллер … пять немецких детективов для начального чтения
Немецкий язык с И. Вебер: Почему снег белый (Веселое природоведение)
Was ist Feuerwerk (что такое фейерверк)?
Warum ist das Meer salzig (почему море соленое)?
Was ist Luft (что такое воздух)?
Warum gibt es Wind (отчего бывает ветер)?
Warum gibt es Regen (почему существует дождик)?
Warum gibt es Nebel (почему бывают туманы)?
Warum gibt es Gewitter (почему бывает гроза)?
Warum füllen wir Reifen mit Luft, und nicht mit Wasser oder Steinen
Ist die Luft wirklich schwer (правда ли, что воздух тяжелый)?
Warum fliegt ein Luftballon (почему летит воздушный шар)?
Was ist ein Elektron (что такое электрон)?
Warum sind Pflanzen grün (почему растения зеленые)?
Warum ist Schnee weiß (почему снег белый)?
Warum fällt der Apfel runter vom Baum (почему яблоко падает с дерева вниз)?
Warum fliegt ein Flugzeug (почему летит самолет)?
Warum schwimmt ein Schiff (почему плавает корабль)?
Warum wissen wir (noch) nichts über außerirdisches Leben (почему мы еще ничего не знаем о внеземной жизни)?
Was ist Geruch (что такое запах)?
Was ist ein Metall (что такое металл)?
Was ist Strom (что такое электрический ток)?
Warum ist Feuer heiß (почему огонь горячий)?
Was ist Wasser (что такое вода)?
Von wo kommt das Wasser auf unserer Erde (откуда пришла вода на нашу Землю)?
Was ist ein Diamant (Что такое бриллиант)? Hast Du noch nicht vergessen (ты еще не забыл), woher das

1 Herr Benno Grawunder, ein alter erfahrener Beamter im Standesamt des Ersten Wiener Bezirks, nimmt eine Trauung vor, die ihn, bei aller Routine, ab und zu ein bisschen aus der Fassung bringt. Die Braut ist die geschiedene Frau des Bräutigams. Die beiden einander entsetzlich ähnlichen zehnjährigen Mädchen sind die Kinder des Brautpaars. Der eine Trauzeuge, ein Kunstmaler namens Anton Gabele, hat keinen Schlips um. Dafür hat der andere Zeuge, ein Hofrat Professor Doktor Strobl, einen Hund! Und der Hund hat im Vorzimmer, wo er eigentlich bleiben sollte, einen solchen Lärm gemacht, dass man ihn hereinholen und an der standesamtlichen Trauung teilnehmen lassen musste! Ein Hund als Trauzeuge! Nein, so was!


2 Lottchen und Luise sitzen andächtig auf ihren Stühlen und sind glücklich wie die Schneekönige. Und sie sind nicht nur glücklich, sondern auch stolz, mächtig stolz! Denn sie selber sind ja an dem herrlichen, unfassbaren Glück schuld! Was wäre denn aus den armen Eltern geworden, wenn die Kinder nicht gewesen wären, wie? Na also! Und leicht war’s auch nicht gerade gewesen, in aller Heimlichkeit Schicksal zu spielen! Abenteuer, Tränen, Angst, Lügen, Verzweiflung, Krankheit, nichts war ihnen erspart geblieben, rein gar nichts!


3 Nach der Zeremonie flüstert Herr Gabele mit Herrn Palfy. Dabei zwinkern die beiden Künstlernaturen einander geheimnisvoll zu. Aber warum sie flüstern und zwinkern, weiß außer ihnen niemand.


4 Frau Körner, geschiedene Palfy, verehelichte Palfy, hat ihren alten und neuen Herrn und Gebieter nur murmeln hören: „Noch zu früh?“ Dann fährt er, zu ihr gewandt, leichthin fort: „Ich hab eine gute Idee! Weißt du was? Wir fahren zunächst in die Schule und melden Lotte an!“


5 „Lotte? Aber Lotte war doch seit Wochen ... Entschuldige, du hast natürlich Recht!“


6 Der Herr Kapellmeister schaut die Frau Kapellmeister zärtlich an. „Das will ich meinen!“



1 H

err Kilian, der Direktor der Mädchenschule, ist ehrlich verblüfft (искренне, совсем: «честно» сбит с толку; die Ehre  честь), als Kapellmeister Palfy und Frau eine zweite Tochter anmelden, die der ersten aufs Haar gleicht (походит «до волоска»). Aber er hat als alter Schulmann manches erlebt (как старый работник школы многое: «некоторое» пережил = имеет большой опыт), was nicht weniger merkwürdig war (что было не менее странным, примечательным: merken – замечать + würdig  достойный), und so gewinnt er schließlich die Fassung wieder (и потому, и так он снова «обретает самообладание», к нему возвращается самообладание).
2 Nachdem die neue Schülerin ordnungsgemäß in ein großes Buch eingetragen worden ist (после того, как новая ученица согласно порядку = по всем правилам была внесена = записана в большую книгу), lehnt er sich gemütlich im Schreibtischsessel zurück (удобно откидывается /на спинку/ кресла; der Sessel – кресло) und sagt: „Als jungem Hilfslehrer ist mir einmal etwas passiert (когда я был молодым учителем-ассистентом, был со мной такой случай), das muss ich Ihnen und den beiden Mäderln erzählen! Da kam zu Ostern (к Пасхе) ein neuer Bub (мальчик: der Bube) in meine Klasse. Ein Bub aus ärmlichen Verhältnissen (из бедной семьи; das Verhältnis – соотношение, отношение; die Verhältnisse – условия, обстановка, обстоятельства; sich verhalten zu etwas – относиться к чему-либо как-либо; sich verhalten mit etwas – обстоять /о делах, событиях/), aber blitzsauber (очень чистенький; der Blitz  молния) und, wie ich bald merkte, sehr ums Lernen bemüht (очень старательный по отношению к учебе; die Mühe – усилие, труд; sich um etwas bemühen – стараться /в отношении чего-либо/, старательно добиваться чего-либо). Er kam gut voran (хорошо успевал: «продвигался вперед»). Im Rechnen war er sogar in kurzer Zeit der Beste von allen.
3 Das heißt: nicht immer! Erst dachte ich bei mir: ‘Wer weiß, woran’s liegen mag (в чем тут дело, от чего это может зависеть)!’ Dann dachte ich: ‘Das ist doch seltsam (все же странно)! Manchmal rechnet er wie am Schnürchen («как по шнурочку» = как по маслу) und macht keinen einzigen Fehler (ни единой ошибки), andere Male geht es viel langsamer bei ihm, und Schnitzer macht er außerdem (и промахи делает все равно, и к тому же делает промахи; der Schnitzer – промах, ошибка; schnitzen – вырезать /по дереву/)!’“
4 Der Herr Schuldirektor macht eine Kunstpause (искусственную паузу = выдерживает паузу) und zwinkert Luise und Lotte wohlwollend zu (доброжелательно подмигивает). „Endlich verfiel ich auf eine seltsame Methode (додумался до странного, необычного метода: auf etwas verfallen – напасть на /какую-либо мысль, идею/). Ich merkte mir in einem Notizbücherl an (помечал себе в записной книжечке; die Notíz – запись, пометка), wann der Bub gut und wann er miserabel (скверно, никудышно; miserábel – жалкий, никудышный) gerechnet hatte. Und da stellte sich ja nun etwas ganz Verrücktes heraus (и тут вот выяснилось нечто совершенно необычное: «сумасшедшее»: sich herausstellen). Montags (по понедельникам), mittwochs und freitags rechnete er gut,  dienstags, donnerstags und samstags rechnete er schlecht.“
5 „Nein so was!“ sagt Herr Palfy. Und die zwei kleinen Mädchen rutschten (заерзали; rutschen – скользить, соскальзывать) neugierig auf den Stühlen.
6 „Sechs Wochen sah ich mir das an“, fährt der alte Herr fort. „Es änderte sich nie! Montags, mittwochs, freitags  gut! Dienstags, donnerstags, samstags  schlecht! Eines schönen Abends begab ich mich (отправился: sich begeben) in die Wohnung der Eltern und teilte ihnen meine rätselhafte Beobachtung mit (сообщил им о своем загадочном наблюдении: mitteilen; das Rätsel – загадка; beobachten – наблюдать). Sie schauten einander halb verlegen (полусмущенно), halb belustigt an (полувесело), und dann meinte der Mann: ‘Mit dem, was der Herr Lehrer bemerkt hat, hat’s schon seine Richtigkeit (в общем-то справедливо замечено; die Richtigkeit – правильность, верность)!’ Dann pfiff er (свистнул: pfeifen) auf zwei Fingern. Und schon kamen aus dem Nebenzimmer zwei Jungen herübergesprungen (выскочили: «прибыли, прыгнув сюда»). Zwei, gleich groß (одинакового роста) und auch sonst (и в остальном; sonst – иначе; кроме /этого/) vollkommen ähnlich (совершенно похожие)! ‘Es sind Zwillinge’, meinte die Frau. ‘Der Sepp ist der gute Rechner, der Toni ist  der andere!’ Nachdem ich mich einigermaßen erholt hatte (немного: «в некоторой мере» оправился, пришел в себя; sich erholen – прийти в себя; отдохнуть), fragte ich: ‘Ja, liebe Leute, warum schickt ihr denn nicht alle beide in die Schule?’ Und der Vater gab mir zur Antwort: ‘Wir sind arm, Herr Lehrer. Die zwei Buben haben zusammen nur einen guten Anzug (костюм)!’“
7 Das Ehepaar Palfy lacht. Herr Kilian schmunzelt (ухмыляется, усмехается). Das Luiserl ruft:
8 „Das ist eine Idee! Das machen wir auch!“
9 Herr Kilian droht (грозит) mit dem Finger. „Untersteht euch (не смейте, посмейте только; sich unterstehen /etwas zu tun/ – осмеливаться, иметь наглость /что-либо сделать/; untersteh dich! – не смей!)! Fräulein Gstettner und Fräulein Bruckbaur werden ohnedies (и без того) Mühe genug haben (достаточно труда, заботы), euch immer richtig auseinanderzuhalten (вас все время правильно различать)!“
10 „Vor allem (прежде всего)“, meint Luise begeistert, „wenn wir uns ganz gleich frisieren (сделаем одинаковые прически) und die Sitzplätze tauschen (поменяем)!“
11 Der Herr Direktor schlägt die Hände überm Kopf zusammen und tut überhaupt, als sei er der Verzweiflung nahe (как будто он близок к отчаянию). „Entsetzlich (ужасно)!“ sagt er. „Und wie soll das erst einmal später werden, wenn ihr junge Damen seid und euch jemand heiraten will?“
12 „Weil wir gleich aussehen“, meint Lottchen nachdenklich, „gefallen wir sicher einem und demselben Mann (одному и тому же мужчине)!“
13 „Und uns gefällt bestimmt auch nur derselbe!“ ruft Luise. „Dann heiraten wir ihn ganz einfach beide! Das ist das Beste. Montags, mittwochs und freitags bin ich seine Frau! Und dienstags, donnerstags und samstags ist Lottchen an der Reihe!“
14 „Und wenn er euch nicht zufällig einmal rechnen lässt, wird er überhaupt nicht merken, dass er zwei Frauen hat“, sagt der Herr Kapellmeister lachend.
15 Der Herr Direktor Kilian erhebt sich. „Der Ärmste (бедняжка)!“ meint er mitleidig (сочувственно; das Leid – страдание; das Mitleid – сострадание; leiden  страдать).
16 Frau Palfy lächelt. „Ein Gutes hat die Einteilung aber doch (в этом распределении, разделении есть все же положительный момент)! Sonntags hat er frei (у него выходной)!“

1 Herr Kilian, der Direktor der Mädchenschule, ist ehrlich verblüfft, als Kapellmeister Palfy und Frau eine zweite Tochter anmelden, die der ersten aufs Haar gleicht. Aber er hat als alter Schulmann manches erlebt, was nicht weniger merkwürdig war, und so gewinnt er schließlich die Fassung wieder.


2 Nachdem die neue Schülerin ordnungsgemäß in ein großes Buch eingetragen worden ist, lehnt er sich gemütlich im Schreibtischsessel zurück und sagt: „Als jungem Hilfslehrer ist mir einmal etwas passiert, das muss ich Ihnen und den beiden Mäderln erzählen! Da kam zu Ostern ein neuer Bub in meine Klasse. Ein Bub aus ärmlichen Verhältnissen, aber blitzsauber und, wie ich bald merkte, sehr ums Lernen bemüht. Er kam gut voran. Im Rechnen war er sogar in kurzer Zeit der Beste von allen.


3 Das heißt: nicht immer! Erst dachte ich bei mir: ‘Wer weiß, woran’s liegen mag!’ Dann dachte ich: ‘Das ist doch seltsam! Manchmal rechnet er wie am Schnürchen und macht keinen einzigen Fehler, andere Male geht es viel langsamer bei ihm, und Schnitzer macht er außerdem!’“


4 Der Herr Schuldirektor macht eine Kunstpause und zwinkert Luise und Lotte wohlwollend zu. „Endlich verfiel ich auf eine seltsame Methode. Ich merkte mir in einem Notizbücherl an, wann der Bub gut und wann er miserabel gerechnet hatte. Und da stellte sich ja nun etwas ganz Verrücktes heraus. Montags, mittwochs und freitags rechnete er gut,  dienstags, donnerstags und samstags rechnete er schlecht.“


5 „Nein so was!" sagt Herr Palfy. Und die zwei kleinen Mädchen rutschten neugierig auf den Stühlen.


6 „Sechs Wochen sah ich mir das an“, fährt der alte Herr fort. „Es änderte sich nie! Montags, mittwochs, freitags  gut! Dienstags, donnerstags, samstags  schlecht! Eines schönen Abends begab ich mich in die Wohnung der Eltern und teilte ihnen meine rätselhafte Beobachtung mit. Sie schauten einander halb verlegen, halb belustigt an, und dann meinte der Mann: ‘Mit dem, was der Herr Lehrer bemerkt hat, hat’s schon seine Richtigkeit!’ Dann pfiff er auf zwei Fingern. Und schon kamen aus dem Nebenzimmer zwei Jungen herübergesprungen. Zwei, gleich groß und auch sonst vollkommen ähnlich! ‘Es sind Zwillinge’, meinte die Frau. ‘Der Sepp ist der gute Rechner, der Toni ist  der andere!’ Nachdem ich mich einigermaßen erholt hatte, fragte ich: ‘Ja, liebe Leute, warum schickt ihr denn nicht alle beide in die Schule?’ Und der Vater gab mir zur Antwort: ‘Wir sind arm, Herr Lehrer. Die zwei Buben haben zusammen nur einen guten Anzug!’ “


7 Das Ehepaar Palfy lacht. Herr Kilian schmunzelt. Das Luiserl ruft:


8 „Das ist eine Idee! Das machen wir auch!“


9 Herr Kilian droht mit dem Finger. „Untersteht euch! Fräulein Gstettner und Fräulein Bruckbaur werden ohnedies Mühe genug haben, euch immer richtig auseinanderzuhalten!“


10 „Vor allem“, meint Luise begeistert, „wenn wir uns ganz gleich frisieren und die Sitzplätze tauschen!“


11 Der Herr Direktor schlägt die Hände überm Kopf zusammen und tut überhaupt, als sei er der Verzweiflung nahe. „Entsetzlich!“ sagt er. „Und wie soll das erst einmal später werden, wenn ihr junge Damen seid und euch jemand heiraten will?“


12 „Weil wir gleich aussehen“, meint Lottchen nachdenklich, „gefallen wir sicher einem und demselben Mann!“


13 „Und uns gefällt bestimmt auch nur derselbe!“ ruft Luise. „Dann heiraten wir ihn ganz einfach beide! Das ist das Beste. Montags, mittwochs und freitags bin ich seine Frau! Und dienstags, donnerstags und samstags ist Lottchen an der Reihe!“


14 „Und wenn er euch nicht zufällig einmal rechnen lässt, wird er überhaupt nicht merken, dass er zwei Frauen hat“, sagt der Herr Kapellmeister lachend.


15 Der Herr Direktor Kilian erhebt sich. „Der Ärmste!" meint er mitleidig.


16 Frau Palfy lächelt. „Ein Gutes hat die Einteilung aber doch! Sonntags hat er frei!“



1 A

ls das neugebackene (новоиспеченная), genauer, das wieder aufgebackene (заново испеченная) Ehepaar mit den Zwillingen über den Schulhof geht, ist gerade Frühstückspause. Hunderte kleiner Mädchen drängen sich und werden gedrängt («теснят и теснимы» = толкаются, толкутся). Luise und Lotte werden ungläubig bestaunt (на них невероятно удивленно глазеют).
2 Endlich gelingt es Trude (удается), sich bis zu den Zwillingen durchzuboxen (пробиться). Schwer atmend blickt sie von einer zur anderen. „Nanu (ну и ну)!“ sagt sie erst einmal. Dann wendet sie sich gekränkt (обиженно) an Luise: „Erst verbietest du mir (запрещаешь), hier in der Schule drüber zu reden, und nun kommt ihr so einfach daher (а теперь так просто заявляетесь)?“
3 „Ich hab’s dir verboten“, berichtigt Lotte (поправляет).
4 „Jetzt kannst du’s ruhig allen erzählen“, erklärt Luise huldvoll (милостиво; die Huld – милость, благосклонность). „Von morgen an kommen wir nämlich beide (дело в том, что с завтрашнего дня мы придем обе)!“
5 Dann schiebt sich Herr Palfy wie ein Eisbrecher (ледокол) durch die Menge (через толпу; die Menge – количество; толпа) und lotst (проводит, как лоцман: der Lotse) seine Familie durchs Schultor. Trude wird inzwischen das Opfer der allgemeinen Neugierde (становится между тем жертвой всеобщего любопытства). Man bugsiert sie auf den Ast einer Eberesche (на ветку рябины). Von hier oben aus teilt sie der lauschenden Mädchenmenge alles mit, was sie weiß.
6 Es läutet. Die Pause ist zu Ende. So sollte man wenigstens denken (так можно было /по меньшей мере/ бы подумать).
7 Die Lehrerinnen betreten die Klassenzimmer. Die Klassenzimmer sind leer. Die Lehrerinnen treten an die Fenster und starren empört auf den Schulhof hinunter.
8 Der Schulhof ist überfüllt (переполнен). Die Lehrerinnen dringen ins Zimmer des Direktors, um im Chor Beschwerde zu führen (чтобы хором пожаловаться; die Beschwerde – жалоба; sich über etwas beschweren – жаловаться на что-либо; der Chor [ko:r]).
9 „Nehmen Sie Platz (присаживайтесь), meine Damen!“ sagt er. „Der Schuldiener (служащий школы, прислуживающий в школе; dienen – служить; der Diener  слуга) hat mir soeben (только что) die neue Nummer der Münchner Illustrierten gebracht. Die Titelseite ist für unsere Schule recht interessant (титульный лист весьма интересен). Darf ich bitten (прошу Вас), Fräulein Bruckbaur?“ Er reicht ihr die Zeitschrift.
10 Und nun vergessen auch die Lehrerinnen, genau wie im Schulhof die kleinen Mädchen, dass die Pause längst vorüber ist (давно прошла, закончилась).

1 Als das neugebackene, genauer, das wieder aufgebackene Ehepaar mit den Zwillingen über den Schulhof geht, ist gerade Frühstückspause. Hunderte kleiner Mädchen drängen sich und werden gedrängt. Luise und Lotte werden ungläubig bestaunt.


2 Endlich gelingt es Trude, sich bis zu den Zwillingen durchzuboxen. Schwer atmend blickt sie von einer zur anderen. „Nanu!“ sagt sie erst einmal. Dann wendet sie sich gekränkt an Luise: „Erst verbietest du mir, hier in der Schule drüber zu reden, und nun kommt ihr so einfach daher?“


3 „Ich hab’s dir verboten“, berichtigt Lotte.


4 „Jetzt kannst du’s ruhig allen erzählen“, erklärt Luise huldvoll. „Von morgen an kommen wir nämlich beide!“


5 Dann schiebt sich Herr Palfy wie ein Eisbrecher durch die Menge und lotst seine Familie durchs Schultor. Trude wird inzwischen das Opfer der allgemeinen Neugierde. Man bugsiert sie auf den Ast einer Eberesche. Von hier oben aus teilt sie der lauschenden Mädchenmenge alles mit, was sie weiß.


6 Es läutet. Die Pause ist zu Ende. So sollte man wenigstens denken.


7 Die Lehrerinnen betreten die Klassenzimmer. Die Klassenzimmer sind leer. Die Lehrerinnen treten an die Fenster und starren empört auf den Schulhof hinunter.


8 Der Schulhof ist überfüllt. Die Lehrerinnen dringen ins Zimmer des Direktors, um im Chor Beschwerde zu führen.


9 „Nehmen Sie Platz, meine Damen!“ sagt er. „Der Schuldiener hat mir soeben die neue Nummer der Münchner Illustrierten gebracht. Die Titelseite ist für unsere Schule recht interessant. Darf ich bitten, Fräulein Bruckbaur?“ Er reicht ihr die Zeitschrift.


10 Und nun vergessen auch die Lehrerinnen, genau wie im Schulhof die kleinen Mädchen, dass die Pause längst vorüber ist.



1 F

räulein Irene Gerlach steht, elegant wie immer, in der Nähe der Oper und starrt betroffen (растерянно) auf das Titelblatt der Münchner Illustrierten, wo zwei kleine bezopfte Mädchen abgebildet sind. Als sie hochblickt, starrt sie noch mehr. Denn an der Verkehrskreuzung (у перекрестка; der Verkehr – движение транспорта) hält ein Taxi, und in dem Taxi sitzen zwei kleine Mädchen mit einem Herrn, den sie gut gekannt hat, und einer Dame, die sie nie kennen lernen möchte!
2 Lotte zwickt die Schwester (щипает). „Du, dort drüben (смотри, вон там)!“
3 „Aua! Was denn?“
4 Lotte flüstert, dass es kaum zu hören ist: „Fräulein Gerlach!“
5 „Wo?“
6 „Rechts! Die mit dem großen Hut! Und mit der Zeitung in der Hand!“ Luise schielt zu der eleganten Dame hinüber (косится). Am liebsten möchte sie ihr triumphierend die Zunge herausstrecken (высунуть язык).
7 „Was habt ihr denn, ihr zwei?“
8 Verflixt (проклятье: «проклято»), nun hat die Mutti wohl doch etwas gemerkt?
9 Da beugt sich, zum Glück, aus dem Auto, das neben dem Taxi wartet, eine vornehme alte Dame herüber. Sie hält der Mutti eine illustrierte Zeitung hin und sagt lächelnd: „Darf ich Ihnen ein passendes Präsent machen (подобающий: «подходящий» презент)?“
10 Frau Palfy nimmt die Illustrierte, sieht das Titelbild, dankt lächelnd und gibt die Zeitung ihrem Mann.
11 Die Autos setzen sich in Bewegung (трогаются с места: «приходят в движение»). Die alte Dame nickt zum Abschied.
12 Die Kinder klettern neben Vati auf den Wagensitz und bestaunen das Titelbild.
13 „Dieser Herr Eipeldauer!“ sagt Luise. „Uns so hineinzulegen (одурачить: «вложить, положить внутрь /куда-то/» = hereinlegen)!“
14 „Wir dachten doch, wir hätten alle Fotos zerrissen (что разорвали, порвали все фотографии: zerreißen; reißen – рвать)!“ meint Lotte.
15 „Er hat ja die Platten (диапозитивы; die Platte – пластина)!“ erklärt die Mutti. „Da kann er noch Hunderte von Bildern abziehen!“
16 „Wie gut, dass er euch angeschmiert hat (надул: «намазал»; schmieren  смазывать)“, stellt der Vater fest (констатирует, утверждает: feststellen). „Ohne ihn wäre Mutti nicht hinter euer Geheimnis gekommen (не проникла бы в вашу тайну: «за вашу тайну»). Und ohne ihn wäre heute keine Hochzeit gewesen (не было бы свадьбы).“
17 Luise dreht sich plötzlich um und schaut zur Oper zurück. Aber von Fräulein Gerlach ist weit und breit nichts mehr zu sehen (нигде больше не видно: «далеко и широко»).
18 Lotte sagt zur Mutti: „Wir werden dem Herrn Eipeldauer einen Brief schreiben und uns bei ihm bedanken (выразим ему нашу благодарность)!“

1 Fräulein Irene Gerlach steht, elegant wie immer, in der Nähe der Oper und starrt betroffen auf das Titelblatt der Münchner Illustrierten, wo zwei kleine bezopfte Mädchen abgebildet sind. Als sie hochblickt, starrt sie noch mehr. Denn an der Verkehrskreuzung hält ein Taxi, und in dem Taxi sitzen zwei kleine Mädchen mit einem Herrn, den sie gut gekannt hat, und einer Dame, die sie nie kennen lernen möchte!


2 Lotte zwickt die Schwester. „Du, dort drüben!“


3 „Aua! Was denn?“


4 Lotte flüstert, dass es kaum zu hören ist: „Fräulein Gerlach!“


5 „Wo?“


6 „Rechts! Die mit dem großen Hut! Und mit der Zeitung in der Hand!“ Luise schielt zu der eleganten Dame hinüber. Am liebsten möchte sie ihr triumphierend die Zunge herausstrecken.


7 „Was habt ihr denn, ihr zwei?“


8 Verflixt, nun hat die Mutti wohl doch etwas gemerkt?


9 Da beugt sich, zum Glück, aus dem Auto, das neben dem Taxi wartet, eine vornehme alte Dame herüber. Sie hält der Mutti eine illustrierte Zeitung hin und sagt lächelnd: „Darf ich Ihnen ein passendes Präsent machen?“


10 Frau Palfy nimmt die Illustrierte, sieht das Titelbild, dankt lächelnd und gibt die Zeitung ihrem Mann.


11 Die Autos setzen sich in Bewegung. Die alte Dame nickt zum Abschied.


12 Die Kinder klettern neben Vati auf den Wagensitz und bestaunen das Titelbild.


13 „Dieser Herr Eipeldauer!" sagt Luise. „Uns so hineinzulegen!“


14 „Wir dachten doch, wir hätten alle Fotos zerrissen!“ meint Lotte.


15 „Er hat ja die Platten!“ erklärt die Mutti. „Da kann er noch Hunderte von Bildern abziehen!“


16 „Wie gut, dass er euch angeschmiert hat“, stellt der Vater fest. „Ohne ihn wäre Mutti nicht hinter euer Geheimnis gekommen. Und ohne ihn wäre heute keine Hochzeit gewesen.“


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