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Die Weite des biblischen Menschenbildes - Gottes Geschichte mit den Menschen

Die Weite des biblischen Menschenbildes



Die Bibel zeichnet ein großartiges Menschenbild, weil alle Lebens-
bereiche, alle Wissenschaft, alles, was der Mensch nur immer denken
und treiben kann, schon in dem großen Entwurf Gottes vorgesehen
ist.

Machen wir uns das anhand einiger Beispiele klar:

Der Mensch, wie ihn Gott erschaffen hat, kann Physik und Chemie
studieren und in diesen Bereichen forschen. Natürlich! Er hat ja als
Erdwesen eine ganz enge Beziehung zu der Materie. Sie ist ihm nicht
fremd. Und das gilt auch für Bereiche wie Biologie, Medizin oder Ver-

23



24

Gott

/eser
vor'
Gott

'soziales'
Wesen

denkendes
Wesen

weltgestaltendes
Wesen

Lebewesen

Erdwesen

Abb. 9

haltensforschung. Es kann einen Christen eigentlich nicht verwundern,
wenn man im Blut des Menschen und im Blut des Affen denselben
Rhesusfaktor feststellt. Oder wenn die Verhaltensforschung (denken
wir etwa an Konrad Lorenz) heute hochinteressante Ergebnisse über
die Prägung des Menschen von dieser Stufe her an den Tag bringt.
Das alles ist, wenn es recht getan wird, ein Nachdenken der Gedanken
Gottes, ein immer größeres Staunen darüber, was er alles im Men-
schen angelegt hat.

Das biblische Menschenbild liefert ferner den Grund für Kultur.
Der Mensch kann durch Naturwissenschaft und Technik die Welt
erfassen und formen. Die Geisteswissenschaften, etwa die Sprach-
wissenschaft oder die Erziehungswissenschaft, sowie die Kunst haben
ihren Grund darin, daß der Mensch denkendes, gestaltendes Wesen
ist.

Als soziales Wesen kann der Mensch Humanwissenschaften betrei-
ben. Er kann sich mit Sozialwissenschaften beschäftigen und Soziolo-
gie, Politologie oder Gruppenpädagogik studieren.

Alle diese Wissens- und Lebensbereiche — und wir könnten noch
viele andere nennen —, all das gehört zum Menschen, wie Gott ihn
geschaffen und gemeint hat. Und all das ist gut und hell, wenn es von
der Beziehung zu Gott umfaßt und gesteuert wird.

Die Ideologisierung und D amortisier ung des
Menschenbildes

Nun gibt es aber auch eine sehr gefährliche Verzerrung und Ver-
kürzung des biblischen Menschenbildes. Man kann nämlich eine der
Schichten unserer Pyramide herausschneiden und sagen: Das ist alles.
»Der Mensch ist nichts als ...«

Da gibt es zum Beispiel Leute, die behaupten, der Mensch sei
nichts als Materie, nichts als Mechanik, nichts als ein kybernetisches
System.

Was geschieht, wenn Menschen ausschließlich als Erdwesen be-
trachtet werden, beschreibt Aldous Huxley in seinem Buch »Schöne
neue Welt«. »Schöne« ist ironisch gemeint, denn die Welt dieses
Buches ist unheimlich, grauenhaft! Da werden die Menschen je nach
Bedarf in Traubenzuckerlösung gezüchtet, am Fließband entsprechend
bestrahlt und herangebildet. Es gibt einige Alphatypen, das sind die
Intelligenten. Von ihnen darf man nicht zuviele haben, denn das wird
gefährlich. Die Betatypen bilden die Mittelschicht. Schließlich braucht

25



man noch Wesen, die Dreckarbeiten erledigen. Denen muß eine ge-
wisse geistige Stumpfheit angezüchtet werden, damit sie das aushalten.
Das sind die Gammatypen.

Schöne neue Welt! »Der Mensch ist nichts als Erdwesen.«

Für andere ist der Mensch nichts als Lebewesen. »Hauptsache ge-
sund!« Den Satz haben wir alle schon einmal gehört. Wer einmal
ernsthaft krank gewesen ist, der weiß, welchen Wert die Gesundheit
hat. Dennoch ist der Satz »Hauptsache gesund« gottlos. Es ist dämo-
nisch, wenn man nur diesen Sektor herausschneidet, den Menschen
nur als ein Stück Biologie betrachtet.

Heute gibt es Bewegungen, die sagen: »Hauptsache potent!« —
Der Mensch ist das, was er auf sexuellem Gebiet leistet. Auch da-
hinter steckt wieder diese Verkürzung: Der Mensch ist nichts als ein
biologisches Wesen.

»Nur Arbeit war dein Leben, nie dachtest du an dich ...« Hier wird
der Mensch nur als weltgestaltendes Wesen gesehen, das ausschließlich
durch seine Leistungen definiert wird. Der Mensch ist soviel wert, wie
er leistet.

Danach läßt sich der Wert des Menschen physikalisch berechnen,
und zwar nach der Formel: Leistung ist Kraft mal Weg durch Zeit.

Wenn also jemand in zwei Minuten einen Zentner Kartoffeln fünfzig
Meter weit transportiert, hat er eine größere Leistung vollbracht als
der, der einen halben Zentner Kartoffeln in drei Minuten fünfund-
zwanzig Meter weit getragen hat.

Betrachten wir aber nun einen alten und kranken Menschen. Seine
Kraft geht immer mehr auf Null zu. Der Weg, den er zurücklegen
kann, strebt ebenfalls nach Null, und die Zeit, die er dazu braucht,
wird immer größer, strebt, mathematisch gesprochen, nach Unend-
lich.

__



Mache ich die Leistung zum Wertmaßstab eines Lebens, so erhalte
ich schließlich die Summe Null mal Null durch Unendlich. — Wer

26



folglich die Leistung des Menschen vergötzt, vernichtet in letzter Kon-
sequenz den Menschen.

Man kann auch das Gehirn des Menschen vergötzen. Es gab eine
Zeit, in der man die großen Genies feierte. Man stellte sich morgens
vor den Spiegel und fragte: »Bin ich ein Genie?« — dann zögernd:
»Bin ich wenigstens ein Talent?« Da war man auch nicht ganz
sicher. Wenn man aber weder ein Genie noch ein Talent war, und
auch kein »Original«, blieb einem im Grunde nichts anderes übrig,
als sich das Leben zu nehmen. Wer den Menschen beim Abitur begin-
nen läßt, den Intelligenzquotienten zum Kriterium eines Menschen
macht bzw. nur Genie, Talent, Originalität als Werte anerkennt, der
ist einer Ideologie verfallen, die einen Aspekt des biblischen Men-
schenbildes absolut setzt.

Eine weitere ideologische Verkürzung Hegt vor, wenn der Mensch
nur als soziales Wesen gesehen wird. Die verheerenden Folgen
kennen wir aus dem Dritten Reich, wo nur das Volk, die Nation oder
die arische Rasse zählte. Der einzelne war nichts, das Volk alles. In
den autoritären Systemen des Ostens heißt das: die Partei hat immer
recht. Da ist das Individuum von einem Kollektiv aufgesogen, und es
funktioniert nur noch als Rädchen in einer großen Maschinerie.

Selbst die Spitze unserer Pyramide kann sündhaft verzerrt werden.
Die Sünde besteht darin, daß der Mensch gewissermaßen alle anderen
Bereiche abschneidet und sagt: »Das geht mich alles nichts an, denn
ich bin ja fromm.«

In der alten Kirche gab es jene merkwürdigen Gestalten, die sich auf
eine hohe Säule stellten. Da standen sie dann, wenn es gut ging, Jahr-
zehnte, verwitterten ein wenig, ließen gelegentlich einen Strick her-
unter, an dem sie sich ihr Essen hochzogen. Dies »Hauptsache religiös«
ist genauso eine Verfehlung des biblischen Menschenbildes wie die
Aussage: »Nur Arbeit war sein Leben« — oder: »Hauptsache ge-
sund.« Es gibt eine Art von Frömmigkeit, der es im Grunde gar nicht
um Gott geht, sondern nur um das fromme Ich in seinem rausch-
haften Aufstieg in irgendeine schöne Welt.

Die folgende Zeichnung soll zusammenfassend einerseits die unge-
heure Weite des biblischen Menschenbildes zeigen und uns zum
anderen die ideologische Verkürzung des Menschenbildes vor Augen
führen, die uns in bestimmten Zeitströmungen begegnet. Eine Ideolo-
gie hat — wie eine Sekte — den Fehler, daß sie ein Stück herausnimmt
und für das Ganze erklärt. Diese Verzerrung, die einen Aspekt ver-
götzt, dämonisiert ihn damit. Die Folge ist immer Vernichtung.

27



Ole

Weite

de

» bibtitchen

Menschen-
bilde»



Aus dem Wesan des Menschen

ergeben

sich seine vielfaltigen Aufgaben und
Möglichkeiten.

Ole

Ideologlslerung und DlmonUUrung

des

Menschenbildes

Ein Aspekt des Menschseins wird ver-
absolutiert, Isoliert und vergotzt (-Der
Mensch ist nichts als ...-). Der Mensch
verfällt einer Ideologie und verfehlt

sein

Wesen,

Gott





Gebet



nbetung
otteslob

Liebe

zu Gottes

SchBpfung



Ihm verantwortliches Gestellten

und



Bewahren

Nächstenliebe, Fürsorge

Humanwissenschaften,
Sozialwissenschaften
(Soziologie, Politologie,
Gruppenpadagogik),..

Geisteswissenschaften
z. B: Sprach- und Erzie-
hungswissenschaft,
Kunst, Musik...

Natur-
wissenschaften

t
Technik...

Lebewesen



Erdwesen


nichts als religiöses Wes«n"



  1. das rein

    vertikale

    Mißverständ-
    nis: -Religion-

    als

    bloBe Innerlich-
    keit,

    als

    Eremitenexistenz (Sauten-
    heilige),

    als

    Opium (Gott-Wunsch-
    erfüller)...

  2. der

    Klerlkallsmus:

    Harrschaft der
    Kirche über die Well (mit Gewalt -
    Kreuzzüge); Anspruch des mittel-
    alterlichen Papsttums: gewaltsame
    »Christianisierung'; Inquisition und
    He»enprozesse

nichts alt soziales Wesen«



der Mensch als Kollektivwesen
»Nur das Volk zahlt« - Faschis-
mus, Drittes Reich
»Die Partei hat immer recht« —
Kommunismus, totalit. Systeme

»nichts

alt denkendes We-

sen«



Intellektualismus (-Der
Mensch beginnt mit dem
Abitur-): WertmaBstab: In-
telligenzquotient: Genie,
Talent, Originalität

»nichts

als arbeitendes

Wesen«



Selbst-Erschaffung und
Selbst-Erlosung durch
Arbeit; der homo faber;
■Nur Arbeit war sein
Leben«; Ausbeutung der
Natur

2010-07-19 18:44 Читать похожую статью
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